ETF-Sparplan Experte Stefan Lehne

Stefan Lehne

Wenn du noch mindestens 10 Jahre arbeitest, ist ein ETF-Sparplan eine sinnvolle Ergänzung für deine Rente.
ETFs sind Aktienfonds, die dir viele Banken nicht empfehlen, weil du kaum Gebühren dafür zahlst. Deshalb bleibt mehr Rendite bei dir hängen.
Ein ETF-Sparplan ist flexibel und schnell eingerichtet. Danach musst du dich nicht mehr groß darum kümmern und kannst viele Jahre davon profitieren.
Meiner Meinung nach ist ein ETF-Sparplan die beste und ertragreichste Möglichkeit für deine Absicherung im Alter.
Auf dieser Seite erfährst du alles, was du über ETFs und ETF-Sparpläne wissen musst!

Die wichtigsten Fragen zum Thema ETF-Sparplan

Was ist eigentlich ein ETF?

ETF-Sparplan: Exchange Trades Fund

ETF steht für Exchange Trades Fund, zu deutsch: börsengehandelter Fonds.

Einen ETF kaufst du also direkt über deinen Onlinebroker an der Börse.
Dadurch sparst du im Vergleich zu klassischen Aktienfonds Gebühren (weiter unten dazu mehr!).
Außerdem bist du komplett flexibel, ein unschlagbarer Vorteil zum Beispiel gegenüber Lebensversicherungen:
Deinen monatlichen Sparbetrag kannst du jederzeit innerhalb von 5 Minuten online selbst anpassen oder auch einmal ganz pausieren, wenn du gerade kein Geld für eine monatliche Rate übrig hast.
Und du kannst deinen ETF natürlich auch jederzeit an der Börse wieder verkaufen.
Feste Laufzeiten, Verpflichtungen oder Kündigungsfristen gibt es nicht.

Ein weiterer Unterschied zu klassischen Aktienfonds ist, dass viele ETFs nicht von einem Fondsmanager betreut werden, sondern einen Aktienindex wie den DAX abbilden.
Der DAX enthält die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen.
Du kannst einen Index wie den DAX aber nicht einfach wie eine Aktie an der Börse kaufen.
Ein ETF bildet deshalb solche Indizes nach, so dass du mit dem ETF eine ähnliche Wertentwicklung erzielst wie der Index.
Weiter unten kommen wir noch dazu, welche Vorteile das hat.

Beliebte Indizes, die von ETFs abgebildet werden, sind

  • der MSCI World (1.600 Aktien aus 23 Ländern weltweit)
  • der S&P 500 (die 500 größten amerikanischen börsengehandelten Unternehmen
  • der Nasdaq 100 (die 100 größten amerikanischen Technologieunternehmen an der Börse)
  • der DAX (die 30 größten deutschen börsengehandelten Unternehmen)

Auf meiner Seite über die Auswahl der besten ETFs gehe ich auf diese Indizes noch etwas näher ein.
Darüber hinaus kannst du dich auf ETF-Vergleichsplattformen mit großen Datenbanken wie zum Beispiel justETF oder extraEFT informieren.

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Milliarden US-Dollar wurden 2018 weltweit in ETFs verwaltet

Kann man mit Aktien oder einem ETF-Sparplan nicht jede Menge Geld verlieren?

Das kommt auf 2 Dinge an.

Erstens: Je kurzfristiger du wieder an dein Geld musst, desto spekulativer sind Geldanlagen an der Börse.
Beispielsweise kann es immer passieren, dass du einen schlechten Einstiegszeitpunkt erwischst und dein Depot in 1-2 Jahren niedriger steht als heute.
Auf Sicht von 10 Jahren gibt es historisch gesehen schon kaum noch Zeiträume, in denen die wichtigsten Aktienindizes nicht zugelegt hätten.
Und auf Sicht von 30 Jahren standen die Märkte immer höher als zu Beginn.
Diese langen Zeiträume gelten allerdings nur für einmalige Investitionen.
Mit einem Sparplan, in den du monatlich einzahlst, erwischst du natürlich nie genau den schlechtesten Zeitpunkt.
Stattdessen profitierst du sogar von fallenden Kursen, weil du mehr Anteile für deinen monatlichen Sparbetrag bekommst, solange die Märkte am Boden sind.
Dein Gesamtdepot dreht dann viel schneller ins Plus, sobald es wieder aufwärts geht – und das ging es bisher immer nach einer Krise.

Der zweite Punkt ist die Frage, in was du investierst.
Eine einzelne Aktie kann immer stark fallen.
Diesen Fehler machten viele deutsche Anleger in den 1990er Jahren, als sie – befeuert durch die TV-Werbung – als Börsenneulinge die “Volksaktie” Telekom kauften.
Ein Aktienindex, in den du über einen ETF investierst, enthält dagegen immer die größten Unternehmen eines Landes oder einer Branche.
Auch diese schwanken zwar im Wert, holen solche Schwankungen aber langfristig historisch gesehen immer wieder auf.

Schau dir als Beispiel dazu den Chart des Dow Jones Industrial Average Index an, der die längste Historie hat.
Du siehst hier die Zeit von 1930 bis 2019.

Dow Jones ETF Beispiel
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Prozent legte der Deutsche Aktienindex DAX zwischen Anfang 2003 und Ende 2019 zu

Was ist der Vorteil von ETFs im Vergleich zu Aktien?

Grundsätzlich ist es immer am besten, wenn du direkt in Aktien investierst, allerdings nur unter einer Voraussetzung: wenn du dich auch fortlaufend um deine Aktien kümmern möchtest.
Einen ETF-Sparplan kannst du dagegen einmal einrichten und im Idealfall für 10, 20 oder 30 Jahre durchlaufen lassen.

Bei ETFs investierst du zum Beispiel in einen Aktienindex, und der enthält immer die größten Unternehmen eines Landes oder einer Branche.
Wenn sich ein Unternehmen schlecht entwickelt und sein Aktienkurs immer weiter sinkt, dann verliert es auch an Börsenwert  und fällt irgendwann aus dem Index heraus.
Es gehört dann einfach nicht mehr zu den größten Unternehmen und wird durch eine stärkere Aktie ersetzt.

Dafür musst du nichts tun, das geschieht vollautomatisch.
Dadurch bist du mit einem ETF von ganz allein immer in relativ gute Unternehmen investiert.
Investierst du dagegen in einzelne Aktien, kann es sein, dass du auch “Rohrkrepierer” im Depot hast, die du eigenverantwortlich beobachten und austauschen musst.

Warren Buffet, eine der größten Investorenlegenden, empfiehlt direkte Aktieninvestments nur Anlegern, die sich 6-8 Stunden pro Woche mit ihren Investments befassen können.

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ETF-Sparpläne gab es im Oktober 2019

Was ist der Vorteil von ETFs im Vergleich zu klassischen Aktienfonds?

Klassische Aktienfonds sind in der Tat eine Alternative, wenn du dich nicht um deine Anlagen kümmern möchtest.

Ein solcher Aktienfonds hat allerdings eine ganz andere Gebührenstruktur als ein ETF.
Die meisten klassischen Aktienfonds verlangen einen Ausgabeaufschlag von rund 5%.
Diese brauchen sie vor allem als Provision für den Vertrieb über Banken und Anlageberater, die am Ende du bezahlst.
Beim ETF zahlst du dagegen bei einem günstigen Broker lediglich zwischen 1% und 2,5% Gebühren beim Kauf – ein klarer Vorteil für den ETF.
Noch besser wird es, wenn du in Aktions-ETFs investierst, die fast jeder Onlinebroker anbietet.
Hier bezahlst du im Idealfall überhaupt keine Gebühr!

Außerdem bildet ein normaler Aktienfonds nicht vollautomatisch einen Index ab, sondern wird von einem Fondsmanager betreut.
Dieser entscheidet, welche Aktien im Fonds gehalten werden.
Die Fondsgesellschaft lässt sich diese zusätzlichen Kosten natürlich bezahlen: Die jährliche Managementgebühr liegt im Schnitt bei 1,6% (Quelle: BVI).
Bei den meisten ETFs liegt sie dagegen lediglich zwischen 0,3% und 0,5% jährlich.

Einige klassische Aktienfonds erheben außerdem eine Performancegebühr, wenn sie besonders erfolgreich gemanagt werden.
All das summiert sich Jahr für Jahr und geht am Ende von deiner Rendite ab.

ETFs haben somit gegenüber klassischen Aktienfonds einen klaren Gebührenvorteil.

So könnte zum Beispiel der Gebührenunterschied zwischen einem typischen ETF und einem typischen klassischen Aktienfonds aussehen:

  • ETF
  • klassischer Aktienfonds
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Prozent der deutschen haben keine Aktien, Fonds oder ETFs und versäumen, damit effektiv für ihr Alter vorzusorgen

Aber legt ein aktiv gemanagter Aktienfonds nicht mehr zu als ein ETF, der nur einen Index abbildet?

Natürlich kann man diese Frage nicht pauschal beantworten.
Es gibt immer Aktienfonds, die vorübergehend oder vielleicht sogar dauerhaft besser abschneiden als ein vergleichbarer ETF.
Es ist aber sehr schwer, solche Fonds zu finden, denn die meisten Fondsmanager tun sich schwer, den Nachteil der höheren Gebühren ihrer Fonds durch besseres Management wieder wettzumachen.

Die Finanzanalysten Rick Ferri und Alex Benke verglichen in einer Studie aktiv gemanagte Portfolios, bestehend aus 3 unterschiedlichen Fonds, mit Vergleichsportfolios aus 3 ETFs.
Das Ergebnis: 83% aller aktiven Fonds-Portfolios schnitten schlechter ab als die ETFs.
Bei Fonds, die sich auf Nischenmärkte spezialisierten, waren es sogar 90 %.
Falls dich die Studie im Detail interessiert, kannst du sie hier abrufen.

Wenn du dir Fondsranglisten anschaust, wirst du außerdem feststellen, dass die performancestärksten Aktienfonds immer wieder durchwechseln.
Von den klassischen Aktienfonds, die vor 10 Jahren in den Top 10 zu finden waren, ist heute kaum noch einer in der Spitzengruppe vertreten.
Findest du also einen Aktienfonds, der in den vergangenen Jahren besonders stark war, hast du keine Garantie dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Auch hier möchte ich noch einmal Warren Buffet zitieren.
Er sagt, dass du mit einem ETF-Sparplan über einen Zeitraum von 10 Jahren 90% der Leute schlagen kannst, die zur gleichen Zeit in anderer Weise investieren: “Among the various propositions offered to you, if you invested in a very low cost index fund — where you don’t put the money in at one time, but average in over 10 years — you’ll do better than 90% of people who start investing at the same time.”
Seinen Erben empfiehlt der 89-jährige Milliardär, 90% des geerbten Vermögens in einen ETF auf den amerikanischen Index S&P 500 zu stecken.

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Euro monatlich – so niedrig ist bei manchen Banken der Mindestbetrag für einen ETF-Sparplan

Ist es sehr kompliziert, einen ETF-Sparplan einzurichten?

Überhaupt nicht.

Was du natürlich brauchst, ist ein Depot bei einem Onlinebroker mit günstigen Gebühren.
Vielleicht hast du schon ein solches Depot.
Wenn nicht, helfe ich dir gerne bei der Auswahl.

Anschließend musst du dich entscheiden, in welche ETFs du monatlich einzahlen möchtest.
Auch hierbei unterstütze ich dich.

Dann machst du einfach einen Dauerauftrag von deinem Girokonto zum Onlinebroker und richtest dort den ETF-Sparplan online ein.

Das ist in 5 Minuten erledigt.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du den für dich besten ETF findest, kannst du auch mein ETF-Seminar besuchen oder online anschauen.

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