Die Entwicklung des Dow Jones von 1929 bis 2019

Entwicklung des Dow Jones

Wenn du in einen ETF investieren möchtest, zum Beispiel über einen ETF-Sparplan, solltest du wissen, wie sich solche Indizes langfristig entwickeln.
Wir schauen uns deshalb heute die Entwicklung des Dow Jones Industrial Average, kurz Dow Jones, an.

Es ist der älteste Aktienindex der Welt.
Er wurde von Charles Dow im Jahr 1894 kreiert und umfasst 30 große Unternehmen der USA, ähnlich wie der DAX die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften beinhaltet.
Die aktuelle Zusammensetzung findest du hier.

Ursprünglich startete der Index mit 12 Werten.
Zur Berechnung addierte Dow einfach die Kurse der Unternehmen und teilte die Summe durch 12.
Die erste Notierung im Jahr 1894 betrug knapp 41 Punkte.
Die Zahl der Unternehmen wurde im Index erhöht, jedoch immer so, dass die Notierungen vor und nach der Umstellung im Einklang standen.
Die heutige Zahl von 30 Unternehmen wurde am 1. Oktober 1928 eingeführt.
Ende 2019 notierte der Dow Jones bei über 28.000 Punkten.

Das heißt: Wer 1896 41.000 US-Dollar investiert hätte, hätte Ende 2019 über 28 Millionen US-Dollar gehabt.
Okay, zugegeben: Dieser Zeitraum ist ein bisschen zu lang und nicht wirklich aussagekräftig für deine ETF-Investitionen.

Die Entwicklung des Dow Jones im Detail

Also gehen wir ein bisschen ins Detail, was die Entwicklung des Dow Jones angeht:
Die Historie meines Chartanbieters reicht bis ins Jahr 1929 zurück.
Zwar hat jeder Index seine eigenen Charakteristiken.
Die grundlegenden Beobachtungen, die wir hier machen, können jedoch auf die meisten Indizes und damit auch auf die Aktienmärkte insgesamt übertragen werden.

Schauen wir uns also den kompletten Chart von 1929 bis März 2018 gemeinsam an.
Für solche langfristigen Betrachtungen wählt man immer eine logarithmische Skala.
Das bedeutet: Jede Verdopplung hat den gleichen Abstand.
Der Abstand von 5.000 bis 10.000 ist genauso groß wie der von 10.000 bis 20.000.
So haben gleiche prozentuale Wertsteigerungen auch die gleiche Steigung im Chart.

Jetzt aber zum Chart:

Entwicklung des Dow Jones
Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Den größten Einbruch aller Zeiten siehst du direkt Am Anfang.
Kein Wunder: Es war die große Rezession, die 1929 startete und die Welt viele Jahre umklammerte.
Letztendlich führte sie auch zum Erstarken der Nationalsozialisten in Deutschland und zum 2. Weltkrieg.

Diese große Rezession sorgte für einen extremen Einbruch am Aktienmarkt.
Der Dow Jones fiel von etwa 386 Punkten auf etwa 40 Punkte und notierte damit wieder auf dem Niveau von 1894!
Wer im allerschlechtesten Moment eingestiegen war, musste einen Verlust von 90 % seines Kapitals hinnehmen.
Wir werden später noch besprechen, wie du solche extrem ungünstigen Einstiege am Aktienmarkt ganz einfach vermeiden kannst.

Realisiert hättest du diesen heftigen Verlust aber auch nur, wenn du im ungünstigsten Moment im Sommer 1932 deine Aktien verkauft hättest.
Wer investiert blieb, holte seine Verluste langfristig wieder auf.
Tatsächlich war die Korrektur der frühen 1930er-Jahre die längste Korrekturphase in der Geschichte des Aktienmarkts.
Zwar stiegen die Märkte von 1932 bis 1937 schon wieder stark an.
Dann bremste jedoch der 2. Weltkrieg die Märkte aus.
Es sollte bis zum Herbst 1954 dauern, bis der Höchststand aus dem Jahr 1929 überboten wurde.

Verfünffachung deines Kapitals in 5 Jahren

Du hast jetzt also das Extrembeispiel gesehen, wenn du zum Höchstkurs von 1929 eingestiegen wärst und zum Tiefkurs von 1932 verkauft hättest.
Es gibt aber auch das umgekehrte Beispiel: Wenn du 1932 gekauft hättest, konntest du dein Kapital bis 1937 innerhalb von nur 5 Jahren fast verfünffachen.
Denn nach Korrekturen lässt sich das meiste Geld verdienen!

Du siehst, dass der Index dann von etwa 1942 bis Mitte der 1960er-Jahre immerhin 25 Jahre lang einem sehr kontinuierlichen Aufwärtstrend folgte.
Danach gab es eine Art Plateau – eine immerhin 16 Jahre andauernde Seitwärtsphase.
Wärst du während dieser Zeit eingestiegen, hättest du zwar nicht viel Geld verloren.
Viel gewonnen hättest du aber auch nicht.

Zurück in die Spur kam der Index mit der Erfindung der Computertechnologie Anfang der 1980er-Jahre.
Diese brachte vorher nicht für möglich gehaltene Effizienzsteigerungen in die Unternehmen und sorgte für einen regelrechten Boom am Aktienmarkt.
Diese Jahrhundert-Rallye dauerte von 1982 bis zum Platzen der Internetblase im Jahr 2000.

Die dann folgende Korrektur bis 2003 ist dir vielleicht noch als extremer Rückgang am Aktienmarkt in Erinnerung.
In dieser langfristigen Darstellung siehst du nichts weiter als einen kleinen Zacken.
Tatsächlich war die nächste Korrektur wesentlich heftiger: Während der Finanzkrise 2008 und 2009 fielen die Kurse sogar deutlich unter das Korrekturtief von 2003 zurück.

Langfristig geht die Entwicklung des Dow Jones immer nach oben

Du siehst also: Ja, es kann zu extremen Rückgängen kommen, wenn du im falschen Moment mit einem größeren Betrag einsteigst.
Deswegen ist für Börsenneulinge immer ein ETF-Sparplan die sinnvollste Möglichkeit, Geld an der Börse zu investieren.
Damit legst du jeden Monat einen gleichbleibenden Betrag an.
Und dann sind Kursrückgänge sogar gut: Wenn die Märkte nach unten gehen, bekommst du für deinen gleichbleibenden Betrag in dieser Zeit viel mehr Anteile.
In der darauf folgenden Erholung gewinnt dein ETF dann besonders schnell an Wert.

Denn langfristig gesehen kennt der Dow Jones nur einen Weg: Nach oben!
Wir reden hier von gigantischen Wertsteigerungen: Von 1894 bis heute ist der Index von 41 auf über 28.000 Punkte gestiegen (Stand: 12/2019)!

Wenn dir dieser Zeitraum zu lang ist, um ihn greifen zu können:
Der Schlussstand 2013 lag bei 13.104 Punkten.
Von Ende 2013 bis Ende 2019 wären also mehr als 100% Gewinn drin gewesen.
Dein Einsatz hätte sich verdoppelt.
Auf dem Sparbuch dagegen hättest du in dieser Zeit bei vielen Banken Null Zinsen bekommen.

Die Entwicklung des Dow Jones: Meilensteine

Schauen wir uns noch ein paar Meilensteine an:
Die 100-Punkte-Marke wurde im Jahr 1916 erstmals überschritten.
500 Punkte waren es im März 1956.
Anfang der 1970er-Jahre notierte der Dow Jones erstmals über 1.000 Punkten.

Dann ging es ganz schnell: Nur 27 Jahre später waren die 10.000 Punkte erreicht.
Der Dow Jones hatte sich in dieser Zeit verzehnfacht!
Wenn du bedenkst, dass die Verzehnfachung davor von 1916 bis 1970 dauerte, ist das ein irrsinniger Anstieg.

20.000 Punkte wurden 2017 erreicht.
Im gleichen Jahr knackte der Index auch die 21.000, 22.000, 23.000 und 24.000 Punkte.
Anfang 2018 stand er erstmals auf 25.000 Punkten.

Der Dow Jones ist normalerweise nicht die erste Wahl, wenn es um ETFs geht.
Ich habe diesen nur deswegen hier dargestellt, weil er die längste Historie hat.

In welche ETFs du im Rahmen eines ETF-Sparplan investieren kann, erfährst du zum Beispiel in meinem ETF-Praxisseminar.

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